Fussballnachlese Nr.1

  • In einem berauschten berauschenden Spiel gewannen die hoch überlegenen Brasilianer gegen den Fussballzwerg Nord-Korea.
  • Tapfer gekämpft, aber doch verloren!
  • Trotz der Drohung mit Atomwaffen, lassen sich die Brasilianer nicht beeindrucken.

So oder ähnlich könnte morgen in verschiedenen Teilen der Welt die Überschrift zu dem, in meinen Augen kläglichen Sieg der Brasilianer gegen Nord-Korea aussehen. Fakt ist aber, dass die Brasilianer gewonnen haben. Und wir, die Guten, finden das auch sehr toll, dass es ein ehemaliger “Schurkenstaat” nicht geschafft hat, ein freies Land zu besiegen.

Aber Halt! Es ist Sport und kein politisches Gezänke auf irgendeinem Schlachtfeld der hohen politischen Bühne. Für mich haben hier zwei Manschaften versucht sich mit sportlichen und spielerischen Mitteln zu besiegen.

Besonders haben es die beiden Manschaften selbst demonstriert wie so etwas geht. Nur EINE läppische Gelbe Karte hat es gegeben. Kein bösartiges Foul, keine Diskussionen, absolute pure Fairness. So sollte Fussball eben sein. Wenn nach einem Zweikampf die Spieler auf dem Boden lagen, so halfen sie sich gegenseitig auf und klopften sich sportlich auf die Schulter. Kein Schreien, kein Gemecker, alles friedlich!

Jedoch gibt es auch hier ein Quentchen Kalk, dass das Wasser trübt.

Ich persönlich fand die Vorberichtserstattung sehr einseitig auf Brasilien fixiert. Es wurden Land und Leute, wie bei den anderen Spielen auch, gezeigt, aber jedoch nur von Brasilien. Liebe Moderatoren und Verantwortliche des Öffentlich Rechtlichen Fernsehens sei die Frage gestattet, “Was hat Fussball mit Politik gemein?”

Wir wissen alle (manche wollen es jedoch nicht glauben), dass Nord-Korea eine kommunistische Chuch’e-Ideologische Realsozialistisch-etatistische Diktatur ist, die ihre Waffenprogramme auf Rücken der Bevölkerung finanziert. Unterstützt auch noch von den vielen Hilfslieferungen aus aller Herren Länder.

Jedoch können die Spieler nichts dafür, dass sie in einer Diktatur leben müssen. Die wollen nur Fussball spielen und nichts anderes. Also gönnen wir es ihnen. Auch wenn dieses Regime nicht einmal den eigenen Einwohnern traut und Fans bezahlt, die für Nord-Korea jubeln.

Jubeln werde ich zwar nicht, aber Respekt und Fairness bekommen sie von mir von ganzen Herzen.

JR

PS: Kim, wenn du das liest und dich fragst was das soll,  das ist Meinungsfreiheit. Falls du nicht weisst was das ist, dann gibt es bestimmt um die 200 Staatsoberhäupter die dir das gerne erklären würden. Alternativ, kannst du natürlich auch bei Wikipedia nachschlagen.