Bildungsstreik Reloaded (I)

Angeblich sind Fortsetzungen ja niemals so gut wie das Original. Hier allerdings war bereits das Original grenzwertig. Ja, es ist wieder soweit: Am 09. Juni marschieren die Bildungsgegner auf. Und man kann es ja auch verstehen… bei blauem Himmel und prallem Sonnenschein, macht das Demonstrieren gleich nochmal so viel Spaß. Warum gibt es eigentlich keine Bildungsstreik-Demo im Winter?

Engagieren statt Demonstrieren

Ernsthaft: Starkes Engagement für bessere Bildungspolitik und Studienbedingungen ist eine wichtige und ehrenwerte Sache. Und es ist seit jeher das elementare und grundlegende Ziel des RCDS.

Seien es Studienbeiträge und ihre Verwendung, die zahlreichen Unausgereiftheiten der Bachelor- und Mastersysteme oder viele andere Bereiche, in denen Studierenden Nachteile entstehen – Verbesserungspotential gibt es jede Menge! Und Verbesserung tut Not!
Aber sie geschieht nicht durch die blinde Radikalisierungen seitens einer längst vom linken Spektrum instrumentalisierten und gehypten “Protest-Bewegung”. Nicht durch tumbe Scharfmacherei einer kleinen empfänglichen Minderheit, die, wie im letzten Sommer geschehen, das Audimax besetzt und ein Studium für die leistungswillige Mehrheit der Studierenden tagelang unmöglich macht.
Ein solches Verhalten ist nicht nur asozial unkollegial gegenüber all den Studis, die ihr Studium störungsfrei durchziehen wollen. Das durchscheinende Motto “Randale statt Diskurs” ist auch, gemessen an dem gesellschaftlichen Anspruch, der an ihn/sie gestellt wird, eines Studenten/ einer Studentin schlicht unwürdig.


Zusammen können wir viel erreichen!

Nur ein starkes Engagement, die aktive Mitarbeit in den studentischen Gremien und die Zusammenarbeit mit den entscheidenden Organen der Universität… nur das schafft echte und nachhaltige Verbesserungen. Und legt jene Potentiale für eine Zukunft, die dem Bildungsideal nahekommt, das wir uns alle wünschen.

Beispiele dafür gibt es viele: So entscheidet etwa eine hälftig mit Studenten besetzte Studienbeitragskommission über die Verwendung der Studienbeiträge. Auch die Prüfungsordnungen der Bachelor- und Masterstudiengänge werden in den Gremien der Universität verabschiedet. Nicht in Berlin. Nicht in Düsseldort. An all diesen Stellen, könnt Ihr nicht nur mitreden – Ihr sollt es sogar! Denn es geht um Euch!


Streike nicht – engagier Dich!

Nur eine engagierte Studentenvertretung, ob in den Fachschaften, Fakultätsräten oder im AStA, dient wirklich studentischen Interessen.

Demokratie an der Hochschule kann nur funktionieren, wenn wir Studenten uns auch aktiv daran beteiligen. Deshalb, unser Appell:

Vertraut den Leuten, die wirklich für Euch da sind!

Beteiligt Euch an den Wahlen zum Studierendenparlament!
Mischt Euch ein!
Sprecht mit uns!

Ganz egal, was ihr macht: „Streikt nicht – engagiert Euch!“

3 Reaktionen zu “Bildungsstreik Reloaded (I)”

  1. Da REaL ToM

    Zustimmung.

    Allerdings finde ich grundsätzlich schon, dass Proteste in einigen Fällen der einzig richtig Weg sind.

    Bei BS waren/sind sie das aber defintiv nicht.

  2. PoT

    Bei mir (und mehreren anderen) lag es nicht am schlechten Wetter, dass ich keine Lust mehr hatte zu demonstrieren, sondern vielmehr daran, dass einige Parteien die Demonstrationen immer wieder für Propagandazwecke nutzen. Ausserdem wurde zunehmend immer mehr Hetzparolen gegen die Polizei ausgerufen, die sich sehr friedlich und hilfsbereit verhalten haben.

    Ich finde, dass durch solche “schwarzen Schafe” ein sehr schlechtes Licht auf die gesamten Demonstranten geworfen wird.

  3. Bildungsstreik Reloaded (II)

    [...] Bekannte berichteten mir – was auch der Kommentar von PoT zeigt -, dass dabei nicht das schlechte Wetter ausschlaggebend war für den Verzicht auf die [...]